Welte-Mignon









Das Reproduktionsklavier aus  dem Jahre 1904 

(Eine kleine Einführung von Alfons Eschle)



Ein "Vorsetzer" (über die Tastatur des Flügels geschoben)
unten:Foto aus HK-Konsult



 
 
 
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1999 in Luzern
Wissenschaft
Literatur
Zu besichtigen
Paderewski auf Welte
(in Seewen aufgenommen)

Ein Besuch der Seite HK-Konsult ist anregend


Rote Rollen im Vorsetzer
Die "Software" von damals.
Gleitblock mit Antriebsrolle
Gleitblock und Antriebszylinder


Während den Aufnahmen der Paderewskirollen in Seewen/SO für eine CD
Der Gleitblock mit  Rolle 

Ein Keyboard im alternativen Einsatz - unter den Fingern eines Vorsetzers
Hier wird ein Keyboard an den Vorsetzer geschoben

Die Firma Welte stellte 1904  ein pneumatisch betriebenes Gerät vor, welches das Klavierspiel eines Pianisten exakt aufzeichnen  und mit einer speziellen Vorrichtung wiedergeben konnte. Aufgezeichnet wurde auf einer Papierrolle (die Software von damals) das Niederdrücken der Tasten in zeitlich richtiger Abfolge. Wiedergegeben  wurde aber auch die Dynamik, also die Anschlagstärke.
Jeder gespielte Ton erzeugte während des Spiels auf "seiner" Spur einen Strich auf dem Papier. Diesem Strich entlang  wurden aus dem Papier  kleine Löcher  (siehe Hintergrund) gestanzt.  Das Papier wird nun über einen Gleitblock gezogen, welcher unter  Unterdruck steht, also Luft ansaugt. Jedesmal, wenn ein Loch eintrifft, wird durch dieses Loch Luft angesaugt. Diese Luft wird durch ein Blei(!)rohr weitergeleitet und  bewirkt am  Ende, dass ein länglicher Blasbalg kräftig ausgesaugt wird. Diese Bewegung des Blasbalgs bewegt nun den Klavierhammer, resp. (beim Vorsetzer) den künstlichen Finger
Das heisst, dass unter jeder Taste ein Blasbalg wartet, bis er zuschlagen  darf auf Befehl der kleinen Löchlein  in der Papierrolle. Das heisst auch, dass unter den 100 Oeffnungen des Gleitblocks  eben 100 Bleiröhrchen angebracht sind, welche den  Luftstrom weiterleiten
Die ganze Einrichtung  wurde in  Flügel eingebaut, aber auch in so genannte Vorsetzer  wie im Bild oben rechts, welche sich dann das beste Klavier aussuchen durften.

Lässt man nun den Vorsetzer seine Finger auf einem Midi-fähigen Keyboard trommeln, eröffnet dies ganz neue Perspektiven: Die entstehenden Midi-Befehle kann man speichern und als Midi-file sowohl in einem entsprechenden Musikprogramm bearbeiten  als auch in einer mail oder  Webseite weiterverbreiten.  (Mehr  über Midi hier)Wir können also Pianisten der vorigen Jahrhundertwende, von denen es kaum Schallplatten oder CD gibt, annähernd zuhören, wie wenn sie da wären. Die Einschränkung  bezieht sich auf  die recht plumpe Wiedergabe der Dynamik, weniger auf die zeitliche Tonfolge.



die grünen Finger berühren die schwarzen Tasten nur am Rande
Hier ein paar Resultate von meinem Vorsetzer. Er hämmert auf ein Clavinova von Yamaha ein. (Rollen aus Sammlung)
Am besten werden die Midi-Dateien auf eine Diskette geladen und einem entsprechenden Keyboard zum abspielen übergeben. Die Soundkarte des Computers befriedigt selten. Eventuelle merkwürdige Klangveränderungen stammen vom Pianopedalbefehl des Clavinova. Dieses  setzt den Befehl, leiser zu  spielen in Klangeveränderungen um. Wenn man den Softpedalbefehl herausklickt, klingt`s besser (Beispiel Solveigslied), aber in der Lautstärke weniger differenziert. Die Hersteller  der Notenrollen brauchten  das Pianopedal sehr oft, um einen sanften Anschlag  vorzutäuschen. 
 
Komponist Werk Pianist KB
J.Brahms Ungar. Tanz No.6 Prof.A.Nikisch 17
J.Strauss Dorfschwalben aus Oesterreich Arthur Schnabel 30
E.Grieg Peer Gynt  Olga Samaroff 22
F.Chopin Etude 10,3 J.Paderewski 13
J.Strauss Rosen aus dem Süden F.Brzezinski 36
C.Saint-Saens Rhapsodie d`auvergne C.Saint-Saens(!) 41
Fr.Chopin Ballade As-Dur J.Paderewski 30
J.Strauss Fledermaus Alonso cor de Las 50
Wagner-Brassin Siegmunds Liebeslied Arthur de Greefe 16
J.Brahms 2 Walzer Gottfried Galston 10
Rich.Strauss 2 Fragmente aus Salome Rich. Strauss (!) 14
Grieg Solveigs Lied Fritz  Berend 5

 



Steinway mit Welte-Einbau, dadurch wird der Flügel länger, die Saiten aber sind  von einem 180-er Flügel
 
Für eventuelle Rückfragen
 


Welte-Einrichtung eingebaut in meinem Flügel,
späteres Modell mit grünen (schmaleren) Rollen







Welte gruen, Rollendeckel geöffnet
Vorsetzer von der Front her, oben die grünen Finger. Gut sichtbar die vielen Bälgchen


Détail
Vorsetzer von der Front her






Vorsetzer von der Rückseite, beachte das viele Blei
Das Vacuum hole ich aus dem Keller :-)


Vorsetzer von hinten -"bleischwer..." zum Anfang